Geschichte - Bergknappengruppe Burgberg

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Geschichte

Geschichtlich zurückzuführen ist diese Gruppe auf den seinerzeitigen Erzabbau am Grünten, der genaue Beginn der Nutzung des Eisenerzes um Burgberg ist unbekannt.
Knappen aus Schwaz in Tirol fanden am Grünten Erzadern und begannen diese abzubauen. Ein urkundlicher Fixpunkt ist das Jahr 1471.
Kaiser Friedrich III. verlieh den Grafen von Montfort (Immenstadt Rothenfels) die Schürfrechte für den Bereich ihrer Besitzungen, die damals weit in das Ostrachtal hineinreichten.
1563 erteilte der Augsburger Fürstbischof seinen Untertanen, und somit auch den "Burgbergern", das Recht auf eigene Gefahr und Rechnung nach Erz graben zu dürfen. Dies könnte der Anfang der Knappentätigkeit in Burgberg  gewesen sein. Ab 1802 wurden die Kirchenbesitzungen staatlich. Dadurch wurden auch die freischaffenden Knappen staatlich. Ab diesem Zeitpunkt begann der Erzabbau am Grünten kräftig aufzuleben. Die Verarbeitung des Eisens war zu dieser Zeit ein großer Wirtschaftsfaktor im Allgäu. So hatte Burgberg damals viele Nagel-, Hufnagel- und Schuhnagelschmieden. Um 1840 beschäftigte das Hüttenwerk 100 Arbeiter, 30 Holz- und Kohleknechte und 25 Fuhrleute, was die Ernährung von 700 Köpfen bedeutete. Zur damaligen Zeit war das sehr viel. Die einen betätigten sich als Knappen, die anderen als Holzfäller oder Kohlebrenner. Fuhrwerksbesitzer transportierten das gewonnene Erz nach Sonthofen auf die „Schmitte“, wo es verhüttet wurde und den zahlreichen Nagelschmieden des Ostrachtales zur Existenz verhalf. Die Konkurrenz fremder Eisenwerke und insbesondere das Aufkommen  des mit Koks erblasenen Roheisens im Ruhrgebiet, die moderne Entwicklung der Eisen-Industrie und der Bau der Eisenbahn, mit der fremdes Eisen herantransportiert werden konnte, brachten im Jahr 1858 den Erzbergbau am Grünten, und bald darauf die Roheisengewinnung des Eisenwerkes Sonthofen, zum Stillstand.
Daraufhin, nachdem die Lage beinah hoffnungslos war, haben 250 Burgberger mit Kind und Kegel ihre Heimat verlassen. Viele der arbeitslos gewordenen Burgberger Knappen sind nach Amerika ausgewandert, einige nach Schwaz im Tirol. Und die nach Peissenberg umgesiedelten Burgberger Bergleute fanden Arbeit in den zu dieser Zeit aufstrebenden Braunkohleabbau.

Im Museumsdorf erfahren Sie Interessantes über die Geschichte des Bergbaus am Grünten, "dem Wächter des Allgäus".

 
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